Das Gebäude der Dornbuschkirche wurde an seinem jetzigen Standort 1962 für damals 12.000 Gemeindemitglieder errichtet - im Stil einer modernen Hallenkirche mit Platz für 600 Menschen.

Um die Wende zum 21. Jahrhundert gehörten der Dornbuschgemeinde noch 3.500 Mitglieder an - und die Kirche wurde von vielen als zu groß empfunden. Außerdem stellte sich die Notwendigkeit einer grundlegenden Sanierung des Kirchengebäudes. Unter dem Motto "Neues gestalten - Vertrautes erhalten" fasste die Gemeinde am 23. Mai 2000 schweren Herzens den Beschluss, einen Teil der Kirche abzureißen und den Altarbereich zum neuen Gottesdienstraum umzubauen. "Der Neubau wird uns billiger kommen als eine Sanierung", erklärte damals Kirchenvorsteher Klaus-Dieter Drescher.

Der Beschluss der Gemeindeversammlung wurde von Kirchenvorstand und Evangelischem Regionalverband gebilligt. Der Regionalverband veranschlagte die reinen Umbaukosten auf rund 900.000 Euro. Auf die Gemeinde entfielen zusätzliche Kosten für einen neuen Altar, eine Orgel und die Bestuhlung.

Mit dem Entwurf für die neue Kirche wurde das Architektenbüro Schlüter, Meixner und Wendt beauftragt. Dessen Plan, den alten Altarbereich der Kirche, der unmittelbar an den Gemeindesaal anschließt, zu nutzen und das Kirchenschiff zu verkleinern, fand die Zustimmung in der Gemeinde. So konnte das Buntglasfenster mit dem strahlenden Christus-Motiv erhalten bleiben - ebenso wie der Glockenturm, der seit 1962 zum Wahrzeichen der Dornbusch-Siedlung geworden ist.

Mit der Verkleinerung des alten Kirchenschiffs entstand eine neue Südwand, die Elemente der alten Kirche plastisch abbildet - deutlich erkennbar sind Altar, Taufbecken und weitere Gestaltungsmerkmale. So spiegelt diese Wand ein Stück Geschichte der Kirche wider. Der Haupteingang befindet sich wie bisher im Süden (im Bild des Modells mit "E" markiert): 

 

Im März 2003 begannen die ersten Abriss- und Bauarbeiten. Gottesdienste und Veranstaltungen wurden ins Gemeindehaus verlegt. Mehrere Gottesdienste wurden auch in der katholischen Nachbargemeinde St. Albert gefeiert.

Am 16. Juli 2003 fand das Richtfest für die neue Kirche statt - zumindest schon einmal für die Südwand des neuen Kirchengebäudes.

Im Juli 2004 begann nach monatelanger Verzögerung wegen offener Fragen zur Statik der Abbruch des alten Kirchenschiffs. 

Am 20. März 2005 wurde die neue Kirche mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Dazu versammelten sich mehr als 300 Gemeindemitglieder und Gäste zunächst im Gemeindesaal. Nach Begrüßung und dem Lied Tut mir auf die schöne Pforte folgten dann alle einem Zelt mit dem Altarkreuz und der Altarbibel in die neue Kirche. "Wir haben etwas geschaffen", sagte Pfarrerin Doris Müller-Fisher in ihrer Ansprache vor den dicht gefüllten Kirchenbänken. Sie lud dazu ein, "den neuen Gottesdienstraum nach und nach in seinen Angeboten und Möglichkeiten zu entdecken". Die neue Kirche solle Kraft geben, "um geschwisterlich im Miteinander und solidarisch in der Welt zu leben". In der schwierigen Zeit des Kirchenumbaus sei die Gemeinde lebendiger geworden, sagte Müller-Fisher und dankte der katholischen Nachbargemeinde St. Albert für vielfältige Unterstützung. Deren Pfarrer Karl-Heinz Diehl wirkte ebenso an dem Gottesdienst mit wie Pfarrer Joachim Grein, Pfarrerin Esther Gebhardt vom Evangelischen Regionalverband, Dekan Jürgen Moser, Gunilla Vorbeck von der schwedischen Gemeinde und der Chor der Dornbuschgemeinde unter Leitung von Mi-Ja Dyballa-Song.

 Diesen Grundriss haben die Michèle Reichert und Sabine Pollak in einer Architektur-Arbeit an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden gezeichnet.

 

Die Gestaltung der neuen Dornbuschkirche ist seitdem mit mehreren Architekturpreisen gewürdigt worden:

- 1. Preis:  Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung "Umbau im Bestand" (2006 - in der Würdigung wird die Kirche bezeichnet als "ein im besten Sinne mystischer, geheimnisvoller und nahezu unbeschreiblicher Ort") 

- Martin-Elsaesser-Plakette des BDA Hessen, Auszeichnung Guter Architektur in Hessen 2008 

- "Auszeichnung vorbildlicher Bauten im Land Hessen 2008"  durch das Land Hessen und die AKH

- World Architecture Festival in Barcelona: Die Dornbuschkirche gewinnt in der Kategorie Religion and Contemplation (2008)

 

Die Dornbuschkirche ist ein Ort, dessen Architektur Spiritualität erfahrbar macht. Dazu trägt auch das eindrucksvolle Glasfenster bei, das den Innenraum in ein helles Farbenspiel kleidet, sobald die Sonne scheint - am schönsten zu erleben, wenn man frühzeitig zum Gottesdienst am Sonntagmorgen kommt. Das etwa 125 Quadratmeter große Buntglasfenster besteht aus rund 10.000 einzelnen Glasscheiben. Es wurde 1958 von dem aus Aachen stammenden Künstler Hans Adam (1919-2007) geschaffen, der lange in Arnoldshain im Taunus lebte und von dem auch das Glasfenster in der dortigen Laurentiuskirche stammt. Das Fenster stellt den gekreuzigten Christus dar.​