Wie soll ich das fassen – das frag ich dich, Gott – was da in Afghanistan passiert?
Die Bosheit erschreckt mich. Die Gewalt und der Hass.
Wie ist sowas möglich? Und was tust du dagegen?
Ich muss dich das fragen. Das Leid ist so groß: Bist du noch da?
Ich weiß nicht, wohin mit meinem Fragen und Klagen. Fühle mich hilflos. Und zornig auch.
Die Mächtigen lassen die Menschen im Stich. Und du, Gott? Du auch?

Ich kann es nicht abstellen: Dies Fragen und Klagen. Denn ich rechne mit dir.
Ich erwarte es doch: Du bist bei den Menschen.
Bei denen, die in Angst sind. Versteckt in den Häusern.
Auf der Flucht vor den Taliban. Und vor verräterischen Nachbarn.
Ich wünsche so sehr: Mach dem Ganzen ein Ende.
Beschütze die Menschen, die um ihre Würde bangen.
Behüte alle, die um ihr Leben fürchten.

Wen sonst soll ich bitten? Du, Gott aller Menschen.
Wie soll denn Frieden werden ohne dich?
Wir schaffen es nicht allein.
Darum bitte ich dich – wie schon die Alten in der Bibel:
Heile, die zerbrochenen Herzens sind. Verbinde ihre Wunden.
Richte die Elenden auf. Und stoße die Gewalttätigen zu Boden.

(Ein Gebet nach Psalm 147,3+6 von Pfrn. Doris Joachim, Referentin für Gottesdienst im Zentrum Verkündigung)