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Ein Protestmarsch von Flüchtlingen über 600 Kilometer durch Deutschland, Flüchtlinge an der Katharinen-Kirche in Frankfurt, Flüchtlinge neun Tage im Hungerstreik vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Nun hat sich auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hinter die Proteste gestellt. In zwei Erklärungen unterstützte die EKD die Proteste und sprach sich auf ihrer Synode für die Abschaffung der Residenzpflicht aus - diese untersagt es Asylbewerbern, sich während der Dauer ihres Verfahrens vom Gebiet ihrer Unterkunft zu entfernen. Wie die seit Wochen vor dem Brandenburger Tor in Berlin ausharrenden Flüchtlinge wende sich auch die evangelische Kirche gegen die Residenzpflicht und das Asylbewerberleistungsgesetz, erklärte der EKD-Bevollmächtigte bei der Bundesregierung und der Europäischen Union, Prälat Bernhard Felmberg. Das Leben in Sammelunterkünften mache physisch und psychisch krank. Die Proteste verdienten Aufmerksamkeit und Respekt.