Kurkuma, Curry und Ingwer - diesen Geschmack haben die geflüchteten Menschen lange vermisst. In Unterkünften wie der Turnhalle der Franz-Böhm-Schule im Dichterviertel oder der Uni-Sporthalle an der Ginnheimer Landstraße werden sie mit Mahlzeiten versorgt. Aber der Gruppe "Abdul kocht für Flüchtlinge" geht es nicht nur um eine Ergänzung der Versorgung. Bei der Verteilung der Mahlzeiten aus der großen Gemüse-Reis-Pfanne können die Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Irak eine zeitlang den tristen Alltag vergessen und in Gesprächen wieder Hoffnung schöpfen. 

Die Helfergruppe fand sich Anfang September im Hauptbahnhof zusammen, bei der großen Begrüßungsaktion für die damals mit Zügen aus Ungarn eintreffenden Flüchtlinge. Inzwischen hat der Frankfurter Verein die Betreuung der Menschen im Bahnhof übernommen, und die Gruppe um Abdul verteilt seitdem zwei- bis dreimal in der Woche Mahlzeiten vor den Unterkünften. Gekocht wird an wechselnden Orten, zuletzt auf dem Hof einer Moschee in Griesheim. Aber die Gruppe sucht noch dringend nach einem Ort, von dem aus sie die Aktion weiterführen kann. 

Die Geflüchteten erzählen vom schwierigen Leben in der Unterkunft. In der Uni-Sporthalle gebe es nur kaltes Wasser, klagen sie. Und mit 150 Menschen in einer Halle seien die Nächte sehr unruhig. Immer wieder schreit ein Kind, oder ein von schlimmen Erfahrungen traumatisierter Erwachsener wird von einem Albtraum aus dem Schlaf gerissen. Adil erzählt von seinen enttäuschten Hoffnungen. Nach drei Monaten in Deutschland habe er immer noch nicht seinen Asylantrag stellen können. Er ist unglücklich und überlegt, ob er nicht besser nach Afghanistan zurückkehren soll: Es geht hier einfach nicht weiter.

Hoffnung geben die Kinder. Sie freuen sich über die Abwechslung bei der Essensverteilung, lachen und spielen. Gegen 22 Uhr ist noch etwas Essen im Topf. Die Gruppe überlegt, ob sie noch zur Unterkunft nach Kalbach fahren soll. Aber für die vielen Menschen dort ist nicht mehr genug da. So fahren Abdul und die Helfer diesmal zum Bahnhof und verteilen die restlichen Mahlzeiten an Obdachlose.