Für die Erfahrungen der Dornbuschgemeinde mit Umbau, Transformation und Verwandlung haben sich Pfarrer, Architekten und Kunsthistoriker aus Schweden bei einem Besuch in Frankfurt interessiert. Sie besichtigten die Dornbuschkirche und sprachen mit Mitgliedern der Gemeinde und einem Mitarbeiter des Architekturbüros Meixner Schlüter Wendt. Hintergrund ist die Frage, die sich auch der Evangelisch-lutherischen Kirche Schwedens stellt: Was tun, wenn die Kirchen zu groß werden, weil es weniger Kirchenmitglieder gibt? 

Die Besucher ließen sich anhand von Fotos und Plänen erklären, wie der Teilabriss und Umbau der Dornbuschkirche von 2003 bis 2005 zustande kam, und von welchen Ideen sich Gemeinde und Architekten leiten ließen. "Soll das jetzt ein Denkmal sein für die alte Kirche?" fragte einer der Besucher vor der Südwand, die Elemente der alten Kirche plastisch abbildet - etwa mit dem früheren Altar und dem Taufbecken. Nein, das nicht. Diese Wand will zwar Gestalt und Erinnerung der alten Kirche aufgreifen, aber auch lebendige Gegenwart erfahrbar machen - in Gottesdiensten bei Sonnenschein, in Ballspielen der Konfis oder auch einfach nur als Ort zum Abhängen - und damit als Ort der Ruhe - für die Schülerinnen und Schüler von nebenan. 

In der Kirche kam es dann zu anregenden Diskussionen zur Innenraumgestaltung. Gefragt wurde etwa nach dem Grund für die dunkle Farbgestaltung von Boden und Decke. Sie umgibt das Christus-Fenster wie ein Band, das oben und unten umfasst. Und könnte der sakrale Gehalt des Raums Schaden nehmen, weil der Altar beweglich ist, nicht an einem immer gleichen Platz verharrt? Er habe die Erfahrung gemacht, dass Gemeinden sehr behutsam mit der Beweglichkeit der Einrichtung umgingen, meinte der Kirchenbauexperte Matthias Ludwig, der die Gruppe auch nach Mainz, Heidelberg und Mannheim führte. Und Spiritualität entsteht immer neu, schafft sich ihren eigenen Raum, lässt sich nicht in Architektur zementieren.